Neben Ihnen liegt, Herr von Gehlen?

Regelmäßig befragen wir Autoren, Netzintellektuelle, Politiker, Musiker und ganz normale Menschen zu ihrer Bettlektüre. Den Anfang machte die Schriftstellerin Sibylle Berg. Weiter ging es mit Peter Glaser und Eva Schulz. Jetzt hat der Journalist Dirk von Gehlen unseren Fragebogen ausgefüllt. Im Netz ist er unter dem Kürzel @dvg bekannt, er macht Neues bei der Süddeutschen Zeitung, lobt die Kopie und die Ratlosigkeit und kommt im nächsten Leben bestimmt als Shruggie zur Welt, oder? ¯\_(ツ)_/¯ 

Welches Buch liegt gerade neben Ihrem Bett?

„Kultur der Digitalität“ von Felix Stadler.

Erzählen Sie uns ein wenig über den Inhalt, bitte!

Ein Sachbuch über die Digitalisierung, nein DAS Sachbuch über die Digitalisierung. Felix Stalder gelingt nämlich eine Beschreibung der Entwicklungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte ohne diese permanent und sofort zu bewerten. Ich nenne eine solche Haltung „Kulturpragmatismus“ und schätze diesen Blick auf den Wandel, weil er hilft, Grundlagen zu verstehen und die Voraussetzung bietet, Zukunft tatsächlich zu gestalten.

Wie ist das Buch? Ein Traum? Gähn? Ab in die hinterste Ecke im Bücherregal damit?

Ein Traum – und vor allem das perfekte Gegenmittel gegen all die Angstmacher-Literatur zur Digitalisierung, die allüberall Verdummung anprangert, in Wahrheit aus der wachsenden Zukunftssorge aber nur Umsätze destillieren will. Deshalb: „Kultur der Digitalität“ gehört in alle Lehrerzimmer des Landes – zumindest bis irgendein kluger Verleger „Total Digital“ von Nicholas Negroponte (aus dem Jahr 1997!) neu auflegt. Das ist nämlich ähnlich gut wie Stalders „Kultur der Digitalität“.

Lesen Sie im Bett zum Einschlafen oder wenn der Schlaf nicht kommen mag?

Ich lese ständig und immer. Das ist ja der wunderbare Zauber an den allgegenwärtigen Telefonen: Sie lassen uns vielmehr lesen als sich selbst Lese-Fanatiker vor zwanzig Jahren hätten träumen lassen. Deshalb lese ich im Bett übrigens fast gar nicht mehr.

Welches Buch gehört auf jeden Nachttisch?

Das ist die Frage, in deren Antwort man auf eigene Veröffentlichungen hinweisen kann, oder? Dann bitte hier entlang!

Was tun, wenn nicht einmal ein Buch beim Einschlafen hilft?

Augen schließen!

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Beitragsbild: Dirk von Gehlen

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